Wie alles begann...

(von G├╝nther Riehle)

 

Fu├čball im CVJM Gomaringen und im Eichenkreuzsport? Lange Zeit war das ein Fremdwort. Die Devise lautete: Fu├čball geh├Ârt in die Sportvereine und nicht in den CVJM. Die sportlichen Aktivit├Ąten werden mit der Hand gespielt. Faustball, Handball, Tischtennis, Indiaka,  das waren lange Zeit die dominanten Sportarten im Eichenkreuz. Aber der Volkssport Fu├čball war auch im CVJM nicht aufzuhalten.

 

Die heutigen sportbegeisterten ├Ąlteren Mitglieder des CVJM berichten:

 

"Auf dem 'Pl├Ątzle' wird nicht gekickt", so der Vorstand des damaligen CVJM, Karl Beck sen. Trotzdem trafen wir uns jeden Sonntagnachmittag auf dem 'Pl├Ątzle' zum Kicken, aber immer mit einem etwas mulmigen Gef├╝hl. Heinrich B├Âhm und der Vorstand  Karl Beck senior hatten die Angewohnheit  nach der Hahn`schen Gemeinschaftsstunde ihren Sonntagsspaziergang am CVJM-Gel├Ąnde vorbei in Richtung Landesb├╝hl zu machen. So musste nicht nur auf den Ball geachtet werden, sondern auch auf das Herannahen des Vorstandes. Vorsicht war also geboten. Auf den Ruf "sie kommen" wurde der Ball einfach in die Hand genommen und Handball gespielt, bis sich die beiden so weit entfernt hatten, dass der Ball wieder mit dem Fu├č gespielt werden konnte.?

 

Diese Tradition wurde ab Mitte der 60 iger Jahre weitergef├╝hrt. Beim 'St├Ąnderling' nach der Kirche wurde besprochen, dass am Nachmittag auf dem 'Pl├Ątzle' gekickt wird. Es war nicht mehr n├Âtig, den Ball in die Hand zunehmen.

 

Wie kam es ├╝berhaupt zur Eichenkreuz-Sportarbeit?

 

Wir schauen dazu weit zur├╝ck:

 

Bevor die ersten Eichenkreuzgruppen entstanden sind, bildeten sich "J├╝nglingsvereine", die ab 1816 Leibes├╝bungen in ihren Gruppen angeboten haben. Bis dahin waren die Treffen in den Vereinen gepr├Ągt von Bibelstudium, Gebet, Gesang und Austausch in Lebensfragen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich ein Sportprogramm auf der Grundlage der Bibelstelle von Paulus: "oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist? darum preist Gott mit eurem Leibe, (1.Kor.6, 19+20)." So wurde Sport als wichtiger Bestandteil christlichen Lebensstils betrachtet. Nicht nur der geistliche Aspekt des Menschen sollte Beachtung finden, sondern die Einheit von Geist, Seele und dem K├Ârper. Damit war gemeint, dass alle diese Teile sich aufeinander beziehen und nur in wechselseitigem Bezug entwickelt werden k├Ânnen. Grundlage f├╝r dieses Symbol war die ├ťberzeugung, dass auch das erl├Âsende Handeln Jesu Christi auf den ganzen Menschen bezogen sei. Auf diese Weise wurde der Sport in die Jugendarbeit und den CVJM integriert. Insbesondere wurden die Mannschaftssportarten als Ausdrucksform der Gemeinschaft forciert und haben den jahrelangen Schwerpunkt des Turnens abgel├Âst.

Die "Pariser Basis" formuliert die Grundlage f├╝r die CVJM-Arbeit und den darin enthaltenen Sport wie folgt:

"Die christlichen Vereine junger M├Ąnner haben den Zweck, solche M├Ąnner miteinander zu verbinden, welche Jesus Christus nach der Heiligen Schrift als ihren Gott und Heiland anerkennen, in ihrem Glauben und Leben seine J├╝nger sein und danach trachten wollen, das Reich ihres Meisters unter den jungen M├Ąnnern auszubreiten".

 

Es ist eine Daueraufgabe der Sportbewegung im Eichenkreuz, darauf zu achten, dass keine Werte-Verschiebung stattfindet. Der Sport darf nicht die Dominante werden, die das Leben bestimmt. Immer noch gilt das 1.Gebot: "Ich bin der Herr dein Gott, du sollst keine anderen G├Âtter neben mir haben".

 

Nebensache Nr.1: Sport oder Fu├čball

Hauptsache Nr.1: Jesus Christus

 

Solange Sport und Spiel uns dienen, ist es unserer Gesundheit f├Ârderlich. Wenn es aber zur Umkehrung kommt, dass wir dem Sport, dem Fu├čballspiel dienen, dann wird es bedenklich und im Blick aufs ewige Leben sogar lebensgef├Ąhrlich.

Dazu schreibt ein Reporter:

"Man mag es vermessen nennen, der Sport ist selbst eine Art Religion. F├╝r Millionen ist der Fu├čball Ersatz f├╝r den lebendigen Gott, der Sportplatz Ersatz f├╝r die Kirche und der Sportbericht Ersatz f├╝r die Bibel".

 

Die Sportarbeit des Eichenkreuzes erreicht deutschlandweit rund 40.000 junge Menschen in ├╝ber 800 Vereinen. Gepr├Ągt ist die Arbeit vor allem von Mannschaftssportarten mit als auch ohne Wettkampfcharakter.

 

Nun zur├╝ck zum CVJM Gomaringen, wie ging es weiter ?

 

Das Fu├čball-Vereinspokalturnier des TSV Gomaringen war der j├Ąhrliche H├Âhepunkt im Vereinsleben und ein absolutes Highlight im Dorf. Mit gro├čer Begeisterung wurde diese Festwoche gefeiert. Die vielen Zuschauer konnten die sportlichen Auseinandersetzungen des CVJM Gomaringen mit den Donauschwaben, dem Kleintierzuchtverein und dem Gesangverein "Harmonie" miterleben.

 

Die Mannschaft des CVJM Gomaringen beim Vereinspokalturnier 1968:

 

 

Stehend von links: Vorstand Karl Beck, Alfred Motzer, Harald F├╝lle, G├╝nther Riehle, Eugen Schuker, Karl W├Âssner, Paul F├Âll, Rainer Burst, Dietmar Bock

Kniend von links: Hans Motzer, Willi Kern, Gerhard Weihing, Alfred Ankele, Karl Laur, G├╝nter

Astfalk, Hans-Albrecht Rilling

 

 

Die Mannschaft des CVJM Gomaringen beim Vereinspokalturnier 1972:

 

 

Stehend von links: Andreas Zelend, Gerhard Weihing, Alfred Ankele, Thomas Rauschenbach, Karl W├Âssner, Rainer Burst, G├╝nter Astfalk, G├╝nther Riehle, Gerhard B├╝rker

Knieend von links: Harald F├╝lle, Lothar Skarubowiz, Paul F├Âll, G├╝nter F├Âll

 

Im Bereich der Sportarbeit des Eichenkreuzes wurden Mitte der 70 iger Jahre erstmals W├╝rttembergische Eichenkreuzmeisterschaften im Fu├čball ausgetragen. Als W├╝rtt. Meister 1975 ging der CVJM Gomaringen zur 1. Deutschen Eichenkreuzmeisterschaft nach Ludwigshafen. Der sp├Ątere Deutsche Meister aus Berlin wurde mit 2:1 geschlagen. Mit dem 4.Platz wurde die Heimreise angetreten.

 

Der Steinlachbote berichtete dazu:

 

 

Im Jahr 1976  hat der TSV Gomaringen wieder sein Vereinspokalturmier ausgetragen. Unsere Vorbereitung galt neben den W├╝rtt. Meisterschaften auch dieser Fu├čball-Sportwoche. Vor ├╝ber 500 Zuschauern wurden die Donauschwaben im Endspiel mit 4:0 besiegt.

 

Dazu die Berichte aus dem Steinlachboten und dem Reutlinger General-Anzeiger:

 

 

 

Die Spieler des CVJM Gomaringen (in rot/schwarz) und der Donauschwaben:

 

 

CVJM stehend von links: Bertram Haas, Dieter Brenzel, Andreas Zelend, Paul F├Âll, G├╝nther Riehle

Kniend: Wilfried Schneider, Werner Walz, Norbert O├čwald, Walter Junger, G├╝nter F├Âll

 

 

Als W├╝rtt. Meister 1976 ging es dann zu den Deutschen Meisterschaften ins Badische nach Wilferdingen. Im Halbfinale unterlagen wir der spielstarken Mannschaft und sp├Ąteren Deutschen Meister Wilferdingen mit 1:3. Durch einen Sieg ├╝ber N├╝rnberg wurde der 3. Platz belegt.

 

 

Stehend von links: Karl W├Âssner, G├╝nther Riehle, Erich Fauser, Gerhard Weihing, Dieter Brenzel, Bertram Haas, Klaus Brenzel, Andreas Zelend, Gerhard B├╝rker, Jakob Schwager

Kniend:  Walter Junger, Werner Walz, Lothar Skarubowiz, Gerhard Brenzel, Paul F├Âll, G├╝nter F├Âll, Norbert O├čwald

 

In unserem R├╝ckblick schauen wir nach  einigen fu├čballerisch d├╝rren Zeiten auf die 80 iger Jahre. Im Jahr 1982 hatte sich eine spielstarke Mannschaft entwickelt, die ungeschlagen  beim Endturnier in Pfullingen W├╝rtt. Meister wurde.

 

Dazu aus dem Gemeindeboten vom 28.8.1982:

 

 

Gut vorbereitet ging es im September zu den Deutschen Eichenkreuzmeisterschaften nach N├╝rnberg. Fussballspezifisch wurde vor den "Deutschen" 2 mal in der Woche trainiert und eine ganze Reihe an Trainingsspielen ( auch gegen aktive Mannschaften) gemacht. Es war klar, dass nur eine Mannschaft mit guter Kondition Erfolgsaussichten haben kann. In der Vorrunde am Samstag waren 4 Spiele, jeweils 2 x 20 min. auszutragen. Im Halbfinale und Finale war die Spielzeit 2 x 30 min. Dadurch ergab sich bei 6 Spielen eine Gesamtspielzeit von 280 Minuten, das sind in 2 Tagen mehr als 3 Fu├čballspiele mit je 90 Minuten.

 

Die Vorrunde brachte folgende Ergebnisse:

Gomaringen - M├╝nchen                     0 : 0

Gomaringen - Wilferdingen                3 : 0

Gomaringen - Erle                              0 : 0

Gomaringen - Bennigsen-L├╝dersen   6 : 0

Halbfinale:  Gomaringen - Pirmasens  1 : 1 ( 5 : 3 nach Verl├Ąngerung und Elfmeterschie├čen)

Finale: Gomaringen - Berlin   2:3

 

 

Stehend von links: Hans-Georg Steigelmann, Friedemann Gall, Thomas Pflumm, Frank M├╝ller, Gerhard B├╝rker, J├╝rgen Dieter, Dieter Brenzel

Kniend von links: Andreas Zelend, G├╝nther Riehle, Lothar Skarubowiz, Werner Walz, Walter Junger,  G├╝nter F├Âll

 

Der Reutlinger General-Anzeiger schrieb am 28.9.1982: 

 

 

 

Die Mannschaft blieb auch im Jahr 1983 weitestgehend zusammen und wurde beim Endturnier in Esslingen erneut ungeschlagen W├╝rttembergischer Meister.

 

Im Gemeindeboten am 23.Juli 1983 war dazu folgender Bericht zu lesen:

 

 

Die Devise war also klar. Ab nach Kassel???zu den ?Deutschen?. Nach dem Erreichen des Halbfinales gab es beim Spiel gegen die spielstarken Berliner eine verdiente 0 : 2 Niederlage. Mit einem 4 : 1 Sieg gegen Pirmasens und dem damit verbundenen 3. Platz ging die Reise wieder zur├╝ck nach Gomaringen.

 

Ausf├╝hrlich besch├Ąftigte sich der Steinlachbote mit den Gomaringer CVJM-Kickern in seinem Artikel vom 29.9.1983:

 

 

 

Mannschaftsfoto bei der DEM in Kassel:

 

 

 

Stehend von links: Friedemann Gall, J├╝rgen Dieter, G├╝nter F├Âll, Werner Walz, Manfred Wuchter, 'Schorsch' Steigelmann, Andreas Zelend, Richard Looser

Kniend von links: Rainer M├╝ller, Klaus Brenzel, Lothar Skarubowiz, Gerhard B├╝rker, G├╝nther Riehle, Frank M├╝ller, Walter Junger

 

Im Jahr 1984 gab es einige ├änderungen im Mannschaftskader. Der komplette Sturm musste ersetzt werden. Hinzu kamen Herbert Tr├Âster aus Du├člingen und die 'Jungspunde'  J├Ârg Beckmann, R├╝diger Pflumm und Johannes Rilling.

Die Endrunde zur W├╝rtt. Meisterschaft  in Du├člingen lief daher nicht ganz so glatt wie in den Vorjahren. Eine Niederlage gegen M├Âglingen bedeutete Platz 2 und zun├Ąchst die gro├če Entt├Ąuschung, bei den Deutschen Meisterschaften vor unserer Haust├╝r (in Pfullingen) nicht mitmachen zu d├╝rfen. Durch ein Auff├╝llrecht durften wir dann doch in Pfullingen teilnehmen.

 

Vorrunde:

Gomaringen - Johannesstift Berlin    1 : 1

Gomaringen - M├Âglingen                   2 : 0

Gomaringen - CVJM ├ľsterreich        7 : 0

Gomaringen - Waldsolms                  2 : 0

 

Im Halbfinale kam es dann zum Aufeinandertreffen gegen unsere Freunde und sportlichen Rivalen aus Wilferdingen, das wir mit 3 : 0 gewannen.

Damit standen wir wieder einmal im Finale gegen Johannesstift Berlin. Gegen die spielstarken Berliner waren wir ohne Chance und unterlagen deutlich mit 0 : 5 Toren.

 

Die Eichenkreuz-Mitteilungen des EJW berichten folgendes:

 

 

 

 

Die Mannschaft nach dem Endspiel:

 

 

 

Stehend von links: Vorstand G├╝nther Brenzel, Gerhard B├╝rker, Hartmut Doster, G├╝nther Riehle, Klaus Brenzel, Dieter Brenzel, Manfred Wuchter, Werner Walz, J├╝rgen Dieter, Richard Looser

Kniend von links: Johannes Rilling, Rainer M├╝ller, Kurt Mayer, J├╝rgen Leib├čle, J├Ârg Beckmann,R├╝diger Pflumm, Hans-Georg Steigelmann